Was bedeutet Nachhaltigkeit für die Grazer Universitäten?

Univ.-Prof. Dr. Friedrich Zimmermann
Nachhaltigkeitsbeauftragter der Karl-Franzens-Universität Graz

Das Prinzip der Nachhaltigkeit stellt für Universitäten von heute nicht nur einen Forschungsgegenstand dar, sondern ist auch ein Leitbild für die universitäre Entwicklung als gesamtes Unternehmen. Dabei geht es vor allem darum, Entwicklungen aus ökologischen, ökonomischen, sozialen und institutionellen Gesichtspunkten umsichtig und innovativ zu gestalten.

Durch die Verantwortung der Universität Graz für nachhaltiges Handeln in Lehre, Forschung, Weiterbildung und Management, hat das Unternehmen auch eine Vorbildfunktion für die Gesellschaft. Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit soll bei allen Studierenden, Lehrenden, Forschenden wie auch bei allen MitarbeiterInnen der Universität kontinuierlich gefördert werden. Aktivitäten in eine nachhaltige Entwicklung begannen bereits in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, die „Nachhaltige Universität“ besteht konkret seit 2005 und wurde als handlungsgeleiteter Prozess in den mehrstufigen Entwicklungsplan der Universität Graz erfolgreich integriert.

Mit der Institutionalisierung eines Nachhaltigkeitsbeauftragten für die Universität Graz und einer akademischen Koordinationsstelle für die „Nachhaltige Universität“ und unter Mitwirkung mehrerer Gremien für den nachhaltigen Prozess gelang es 2006, den ersten Nachhaltigkeitsbericht einer österreichischen Universität und einen der wenigen für Bildungseinrichtungen im gesamten deutschsprachigen Raum zu publizieren. 2008 wurde der zweite Nachhaltigkeitsbericht, der unter der externen Evaluierung der WirtschaftsprüfungsGmbH Pricewaterhouse Coopers auf dem Level B+ nach den Global Reporting Initiatives (GRI) zertifiziert wurde, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Weitere Berichte sollen im Zyklus von zwei Jahren folgen.

Mit dem Regional Centre of Expertise - Education for Sustainable Development (RCE) Graz-Styria wurde 2009 ein Zentrum für regionale Nachhaltigkeitsprozesse gegründet. Lokal verfolgen RCEs das Ziel, Nachhaltigkeitsinitiativen zu vernetzen, neue innovative Aktivitäten zu setzen sowie den Wissensaustausch zwischen Universität und Gesellschaft zu fördern. Das RCE ist jedoch auch Teil des internationalen RCE-Netzwerkes mit weltweit 74 (Jänner 2010) RCEs, dessen globale Koordination durch die United Nations University erfolgt. Global bewirken RCEs einen Erfahrungsaustausch zwischen Kulturen sowie einen weltweiten Lernprozess, wie nachhaltige Entwicklung in der Bevölkerung vermittelt und Bewusstsein geschaffen werden kann. Das RCE Graz-Styria hat seit November 2009 als fakultäres Zentrum seinen Sitz an der Umwelt-, Regional- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät.

 

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